Maria Montessori

 

Maria Montessori zählt sicherlich zu den ganz großen und einflussreichen Frauen des 19. Jahrhunderts! In ihrem langen, erfolgreichen Leben hat sie in der Pädagogik ganz bahnbrechende Veränderungen bewirkt, die bis heute Gültigkeit haben und vielleicht heute aktueller sind denn je.

 

Die reformpädagogische Bewegung zog sich zu Montessoris Zeit durch ganz Europa, ja durch die ganze Welt – es wurde nach neuen Erziehungswegen und Unterrichtsmethoden geforscht, die Kindern mehr Freiraum einräumen und weniger streng und reglementiert arbeiten, und dennoch das nötige Wissen vermitteln – in diesem Sinne war Maria Montessori sicherlich auch „ein Kind ihrer Zeit“. Dennoch hat ihre Bewegung und ihre Methode als eine der wenigen der Reformpädagogik den zweiten Weltkrieg „überlebt“! Dies ist vielleicht deswegen der Fall, weil sie durch ihre weltweiten Vortragsreisen, die sie schon früh unternahm schon weltweit einen Namen hatte und ihre Pädagogik ein Begriff war, vielleicht auch, weil sie mit ihren bekannten Montessori-Materialien und ihre fundierten Theorien eine handfeste Basis und feste Anhaltespunkte bietet, und so auch für nachfolgende Generationen gut umsetzbar ist...

 

Kurzbiografie Maria Montessoris

 

Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in einem kleinen Dorf bei Ancona in Italien geboren. Sie wuchs in einem großbürgerlichen Milieu als Einzelkind auf, interessierte sich schon früh für Naturwissenschaften und setzte durch, eine technische Oberschule besuchen zu dürfen. Gegen die gesellschaftlichen Konventionen wurde ihr letztendlich doch noch ein Medizinstudium ermöglicht und so promovierte sie 1896 als erste Ärztin Italiens in Medizin.

 

Mit der Entwicklung ihrer pädagogischen Theorien begann sie während ihrer Assistenzzeit in einer kinderpsychiatrischen Einrichtung in Rom. Der verwahrloste Zustand sogenannter geistig behinderter Kinder erschreckte sie und sie entdeckte, dass diese durch entsprechende Förderung eine deutliche Besserung, wenn nicht Normalisierung eintrat.

 

Nach Abschluss ihre Studiums 1896 begannen ihre wichtigsten Forscherjahre. Basierend auf neuropsychiatrischen Grundlagen entwickelte sie bis 1907 ihre Theorien, auf denen die Montessori-Pädagogik beruht.

 

1899 gründete sie das Heilpädagogische Institut, das sie zwei Jahre lang selbst leitete und das Lehrer und Pädagogen für die Arbeit mit geistig behinderten Kindern nach ihren Erkenntnissen ausbildete.

 

Zwischen 1901 und 1904 studierte Montessori Anthropologie, Psychologie und Erziehungsphilosophie und eröffnete anschließend eine Arztpraxis. 1907 gründete Maria Montessori in Rom ein Kinderhaus für geistig normale Kinder aus sozial schwachen Familien. Als Maria Montessori begann, ihre Materialien in der Arbeit mit diesen Kindern einzusetzen, war der Erfolg für sie selbst, als auch für die Umgebung so bahnbrechend, dass das Kinderhaus in ganz Rom und darüber hinaus bekannt wurde. Maria Montessori schrieb daraufhin 1909 und 1916 ihre zwei wichtigsten Werke, in denen sie ihre Erkenntnisse und Theorien festhält.

 

Die italienische Regierung unter Mussolini unterstützte zunächst die Einführung ihrer Methode an italienischen Schulen.

 

Von 1916 an hielt Montessori von Barcelona aus, wo sie lebte, Vortragsreisen auf der ganzen Welt.

 

1936 siedelte sie in die Niederlande über, gründete eine internationale Gesellschaft und engagierte sich für den Frieden. Aufgrund des 2. Weltkrieges verbrachte sie die Jahre und kam erst 1946 in die Niederlande zurück, wo sie 1952 starb.

 

Maria Montessori war darüber hinaus Zeit ihres Lebens eine Frauenrechtlerin und setzte sich früh für die Menschenrechte ein.

 

Die Arbeit Maria Montessoris heute

 

Wie schon erwähnt, sind die Montessori-Methode und Montessoris Theorien auch heute noch aktuell. Was früher „zaghaft“ als eine neue Strömung in der Pädagogik begonnen hat, gehört heute teilweise schon zum Allgemeinwissen: an den meisten Schulen und Kindergärten finden sich zumindest reformpädagogische Ansätze, die meisten Pädagogikstudenten kommen heute zumindest an der Peripherie auch mit der Montessori-Pädagogik in Kontakt. Außerdem gibt es natürlich auch heute weltweit Kinderhäuser, Kindergärten, heilpädagogische Einrichtungen und Schulen, die nach Montessoris Theorien arbeiten, die zeigen: Maria Montessoris Arbeit ist lebendig – damals wie heute!